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Viele unterschätzen sie leider immer noch. Die Gefahr für unsere Vierbeiner, bei sommerlichen Temperaturen einen Hitzschlag zu erleiden. Dabei geht das schneller als man vielleicht denkt. Besonders dramatisch ist nach wie vor das „kurze“ Zurücklassen im Auto. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wie Menschen so etwas tun können, nachdem die Horrorberichte über den (oft tödlichen) Ausgang dieses Szenarios doch immer wieder durch die Nachrichten, Zeitungen und Social Medien geistert. Außentemperatur ist nicht gleich Innentemperatur! Der Innenraum eines Fahrzeuges, selbst bei leicht geöffneten Fenstern, heizt sich extrem schnell auf und erreicht dabei Temperaturen bis über 60 Grad, teilweise sogar knapp 70 Grad! Dass dies für jeden Menschen lebensbedrohlich ist, liegt auf der Hand. Für den Hund ist es noch schlimmer, es ist schlichtweg tödlich. Menschen schwitzen, Hunde nicht. Ihre Kühlung funktioniert allein über das Hecheln und minimale Schweißdrüsen in den Pfoten. Der Rest ihres Körpers hat weder Poren noch Schweißdrüsen, daher staut sich die Hitze im Hundekörper vier- bis fünfmal so schnell wie beim Menschen.

Auf den Punkt gebracht: Jeder der seinen Hund im Auto zurücklässt, kocht ihn bei lebendigem Leib. Das muss man so schonungslos sagen, denn da gibt es nichts zu beschönigen. Auch fünf Minuten können da bereits zur Todesfalle werden und wer „mal eben schnell in den Laden geht“ wird meist deutlich länger weg bleiben als nur fünf Minuten.

Aber nicht nur die Autofalle kann für Hunde im Sommer zum lebensbedrohlichen Hitzschlag führen. Bedingt durch die fehlenden Schweißdrüsen und die im Vergleich zu anderen Säugetieren deutlich schlechtere Eigenregulation der Körpertemperatur sind auch Toben, Spielen, lange Spaziergänge u.ä. in der prallen Sonne ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Wie schnell die Körpertemperatur bedenklich ansteigt, kann man sogar leicht selbst feststellen. Messt bei euren Hunden gerade im Sommer regelmäßig mal die Temperatur, besonders dann, wenn er stark hechelt oder abgeschlagen wirkt. Schon nach zwanzig Minuten wildem Spiel mit den Hundekumpels kann an einem heißen Sommertag die Körpertemperatur des Hundes deutlich über 39 Grad ansteigen. Sobald sie 39,5 Grad überschreitet, beginnt es kritisch zu werden und ihr solltet schnellstens für eine Abkühlung sorgen.

Auch diese sollte allerdings richtig und sicher erfolgen. Das bedeutet:

  • Kein übergießen mit kaltem Wasser! Gefahr eines Kreislaufkollaps! Die Gefäße ziehen sich schnell zusammen, was den Körper zusätzlich belastet und überfordert. Dies ist auch ganz wichtig bei Hunden, die bereits einen Hitzschlag haben. Langsam herunterkühlen!!! Nicht im Hau-Ruck-Verfahren!).
  • Kein Trinken oder Baden in stehenden Gewässern! Vor allem im Sommer nicht! Gefahr von Leptospirose und Botulismus
  • Frisches, nicht zu kaltes Wasser immer parat haben. Bei bereits überhitzten Hunden nur handwarmes Wasser reichen. Hat der Hund einen Hitzschlag und ist orientierungs- oder gar besinnungslos, niemals Wasser einflößen! Der Hund könnte ersticken. Grundsätzlich nur selbst trinken lassen.
  • Kühlen mit feuchten Tüchern immer so durchführen, dass der Hund ausweichen kann, wenn es ihm unangenehm wird. Also nur leicht über den Hund breiten. Ggf. regelmäßig nachbefeuchten oder wechseln, wenn sich die Tücher durch die Körperwärme des Hundes erwärmen. Die häufig argumentierte Verdunstungskälte funktioniert hauptsächlich unter direkter Sonneneinstrahlung (was auch der Grund ist, warum z.B. Kühlwesten und Kühldecken auf Spaziergängen sehr gut funktionieren).
    Aber einen bereits überhitzten Hund sollte man keinesfalls in die pralle Sonne legen! Immer in den Schatten. Daher erfordert das Abkühlen eines Hundes bei akutem Hitzschlag eine hohe Aufmerksamkeit. Temperatur der Tücher regelmäßig prüfen. Ebenso, wenn möglich, die Temperatur des Hundes. Sobald sie ca. 39 Grad erreicht, ist das Kühlen zu unterbrechen.
  • Bei längeren Aufenthalten im Freien Kühlwesten oder Kühlhalsbänder einsetzen.
  • Decken durchaus auch mal für 30-45 Minuten in den Gefrierschrank legen, um für einen kühlen Liegeplatz zu sorgen
  • Für schattige Liegeplätze sorgen
  • Wenn der Hund bereits Anzeichen eines beginnenden Hitzschlags zeigt, sofort an einen kühlen Ort bringen und den Kopf sowie von den Pfoten beginnend auch den Körper herunterkühlen. Mit kühlem (nicht kaltem!) fließendem Wasser oder mit regelmäßig gewechselten kühlen Umschlägen. Gerade hier: Kein Übergießen! Das würde den ohnehin schon angeschlagenen Organismus in dieser Situation völlig überlasten. Herunterkühlen sanft und allmählich ist hier wichtig. Dabei die Temperatur kontrollieren. Sinkt diese wieder unter 39 Grad, das Kühlen beenden und den Körper selbständig die Regulation übernehmen lassen. Frisches, nicht zu kalten Wasser anbieten, wenn der Hund selbständig trinken kann. Kein Eingeben des Wassers bei einem bewusstlosen oder orientierungslosen Hund. Möglichst rasch zum Tierarzt bringen oder einen Tierarzt herbeirufen.
    In jedem Fall muss ein Hund, der einen Hitzschlag erlitten hat, zum Tierarzt, auch wenn er sich bereits wieder erholt. Durch die entstehende Dehydrierung sind meist Infusionen erforderlich. Außerdem können Spätfolgen an inneren Organen die Folge sein, was nur bei rechtzeitiger Kontrolle und Behandlung vermieden werden kann.

 

Achtet gerade bei heißen Temperaturen besonders gut auf eure Fellnasen. Lasst sie nicht allein in Räumen, die sich aufheizen, wie z.B. im Auto oder in einem Geräteschuppen. Vermeidet Spaziergänge und andere Aktivitäten in der prallen Sonne, sondern verlagert diese lieber in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn es kühler ist. Nicht zuviel Aktivität, respektiert, wenn der Hund lieber ruhen oder sich an kühlere Orte zurückziehen möchte. Keine hohen sportlichen Leistungen wie Joggen, neben dem Rad laufen oder ähnliches. Moderate Bewegung während der kühleren Tageszeit. Sorgt für ausreichend frisches Wasser und kühle Liegemöglichkeiten. Lasst das Leben an solchen Tagen einfach etwas langsamer und lockerer angehen mit euren Vierbeinern. Und hin und wieder ein kleines Hundeeis ist lecker und hilft ihnen, sich über die Zunge zu klimatisieren. Leckere Rezepte zum Selbermachen findet ihr unterhalb des Artikels.

 

Kommt gut durch den Sommer

Eure Tanya

 

Leckere Eis-Rezepte für Hunde

Am besten gelingt das Eis, wenn ihr die Zutaten mit dem Pürierstab vermischt. Dann hat es die perfekte Konsistenz zum Einfrieren. Ihr könnt das Eis in Plastikschälchen, Stileis-Formen oder einen Kong füllen. Bitte keine Eiswürfel, weil manche Hunde dazu neigen, diese direkt zu verschlucken. Lasst sie das Eis entweder langsam schlecken, während ihr es in der Hand haltet oder gebt ihnen mit dem Kong sogar noch eine nette kurzweilige Beschäftigung. Die Menge von etwa einer Kugel Eis pro Tag ist im Sommer erlaubt. Mehr sollte es nicht sein.

 

Yoghurt-Eis

3-4 EL Joghurt (natur oder wenn der Hund es mag auch Frucht)

 

Lachs-Eis

3 EL Naturjoghurt

1 EL Lachsöl

 

Bananen-Eis

2 Esslöffel Quark (Topfen)

1 TL Weizenkeimöl

 1 TL Honig

1/4 Banane (überreif und püriert

 

Geflügel-Eis

3 Esslöffel Quark oder Joghurt

1 TL Leinöl oder Kokosöl

1 Esslöffel Puten- oder Hähnchenfleisch (gekocht und mit dem Mixer püriert)

 

Leberwurst-Eis

2 Esslöffel Hüttenkäse oder Quark

1 TL Lein- oder Lachsöl

 1 – 2 Esslöffel Streichleberwurst

 

Melone-Joghurt-Eis

2-3 Esslöffel Naturjoghurt

2 EL pürierte  Melone (besonders gut geeignet ist Wassermelone. Wichtig: Kerne entfernen!!!) 

 

Power-Eis

2 EL Naturjoghurt

2 EL Haferflocken

 

Thunfisch-Eis

2 EL Quark oder 3 EL Joghurt

1 EL zerkleinerter Thunfisch aus der Dose

 

Käse-Eis

3 EL Joghurt

1 Schmelzkäse

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